Ev.-Luth. Kirchgemeinde Rückmarsdorf-Dölzig
Ev.-Luth. Kirchgemeinde Rückmarsdorf-Dölzig

Ich glaube; hilf meinem Unglauben! Markus 9, 24

Ab dem 01.01.2020 sind wir mit der Kirchgemeinde Markranstädter Land eine vereinigte Kirchgemeinde mit dem Namen

Kirchgemeinde Markranstädter Land-Rückmarsdorf-Dölzig.
Eine gemeinsame Hompage ist in Arbeit.

Zur Website der Kirchgemeinde Markranstädter Land http://www.kirche-markranstaedt.de/

Liebe Gemeindemitglieder,

2020 bewegt und beschäftigt uns eine Pandemie, die unser Leben verändert. Ich möchte Ihnen allen persönlich, beruflich und geschäftlich Gottes Bewahrung und Gesundheit wünschen.

Ob Sie nun angesichts der Lage an den Grenzen Ihrer inneren und äußeren Kräfte arbeiten oder die erzwungene Pause plötzlich viel, vielleicht zu viel Zeit zum Nachdenken lässt: Viele unter uns bewegen heute Fragen nach der Zukunft. Viele haben Angst und Sorgen. Erkrankte brauchen besondere Fürsorge und Aufmerksamkeit.

Auch wenn unser Gemeindeleben nun staatlich verordnet auf unabsehbare Zeit nicht mehr stattfinden darf und die Gelegenheiten zur inneren Stärkung durch reale Gemeinschaft aus gutem Grund verboten wurden, so bitte ich Sie herzlich, den Mut nicht zu verlieren. Vielleicht brauchen Sie jetzt etwas anderes als Gottes Wort.

Dennoch möchte ich Ihnen zusprechen, was Paulus an Timotheus schrieb: „GOTT hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“

Es ist heute ein Gebot dieser Besonnenheit, dass wir uns alle an die hygienischen Regeln halten – besonders an den räumlichen Abstand voneinander. Denn so kann die Verbreitung des Virus eingedämmt werden. Wir bitten deshalb um Verständnis, dass Taufen, Trauungen und Beerdigungen nur unter ungewohnten Bedingungen stattfinden können. Der räumliche Abstand ist nötig. Umso nötiger aber ist geistige und geistliche Nähe, gegenseitiger Zuspruch. Gute Worte, Gebete und Segenswünsche können eine Mauer gegen Depression, Gereiztheit, angstbestimmtes Kaufen und Aggression sein. Sich gute Worte zuzusprechen, sich Segensworte zu schreiben und die allgemeine Höflichkeit nicht zu vernachlässigen – dazu möchte ich Sie ermutigen.

Hinweis: Zum Karfreitag und zum Ostersonntag werden Andachten unserer Kirchgemeinde auf den beiden homepages zu finden sein: unter www.kirche-rückmarsdorf-dölzig.de / Informationen und unter www.kirche-markranstaedt.de / Aktuelles. Unter beiden Adressen sehen sie auch, ob, wie und wann unser Gemeindeleben im öffentlichen Raum wieder beginnt. Bleiben Sie behütet.

Ihr Pfarrer Michael Zemmrich

Liebe Bürgerinnen und Bürger,  

es ist schwer, unsere Gegenwart in Worte zu fassen. Beschriebe man sie von außen, so könnte man staatliche Verordnungen aneinander-reihen. Scheibchenweise wurde uns deutlich, was nötig scheint, um abzuwenden, was noch abzuwenden ist. Hinzu kommt die Angst. Vor wirtschaftlichem Kollaps, Krankheit und Tod. Wer hätte heute nicht Verständnis für Sorgen, Nöte und Engpässe? Und wer hätte nicht Verständnis für das Seufzen: Hoffentlich ist alles bald vorbei. Und hoffentlich ist es bald wieder normal. So wie vor der Pandemie.

Um es gleich zu sagen: Ich ertappe mich auch bei diesem Seufzen. Und da ist es zunächst jeden Tag wichtig, neu Lebensmut zu fassen. Für die anstrengende Arbeit derjenigen, die in sogenannten systemkritischen Bereichen arbeiten. Aber auch für die, die plötzlich so viel Zeit haben, dass sie aus dem Grübeln und Sorgen nicht mehr herauskommen. Grundsätzlich gilt: Jede Krise hat ihre Chance. Nutzen wir die Zeit. Verlieren wir den Mut nicht. Einerseits sind wir nicht die ersten, die so eine Situation durchleben. Und andererseits gewinnen nun Dinge und Handlungen an Wert, die uns entfallen waren. Wir dürfen also manches wieder- oder neu entdecken.

Hinzu kommt: Es mag sein, dass nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich Vieles liegengeblieben ist. Und so kann uns die Bitte der Recyclingindustrie, doch nicht alles Aufzuräumende auf einmal aufzuräumen, einen Hinweis geben: Auch das innerlich Liegen-gebliebene kann nun aufgenommen, betrachtet und bearbeitet werden. Für viele hat sich die extreme Zeitnot plötzlich erledigt. Noch kann man Familienausflüge zu REWE und zum Zahnarzt machen. Aber ist das nicht genau das, was wir lassen sollten? Kommt uns manches nicht vor, wie das Auslaufen eines überdrehten Motors, dem wirkliche Ruhe folgen kann?

Und diejenigen, die überlastet sind – besonders in der Versorgung, der Pflege und der Fürsorge für die Gesundheit, der Organisation von Lebensnotwendigem, die brauchen nicht nur unsere Anerkennung – so schön öffentlicher Applaus auch ist - sondern Unterstützung und Hilfe – wie sie an manchen Orten bereits geschieht.

Es ist schwer, unsere Gegenwart in Worte zu fassen. Man kann sie auch von innen beschreiben. Von innen kann sie als Frage beschrieben werden: Was bedeutet das, was wir jetzt erleben? Ist es einfach die Quittung? Strafe? Nein. Das wäre zu simpel und unpassend angesichts von Angst, Leid und Tot. Aber: Sind wir in der Lage, jetzt eine Botschaft zu entdecken? Nicht nur an die Alten, die es zu Recht trifft, weil sie „den Planeten gegen die Wand gefahren haben“, wie eine merkwürdig rassistische Satire meinte. Nein, es ist eine Botschaft an alle. ....   weiterlesen

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Fax: 0341 9406975

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